ADHS und Grobmotorik

Gastbeitrag von Birgit zu den alltäglichen Scherben und Macken durch die Besonderheiten im Bereich der Regulation von grober Kraft und Impulsivität – oder schlicht einer gewissen Ungeschicklichkeit

Bei ADHS geht aufgrund der Motorik-Probleme häufiger mal was zu Bruch…

Grobmotorische Störungen oder immer ein bisschen über das Ziel hinaus

Es klirrt. Die gute Porzellantasse zerschellt auf den Fliesen des Flures. 

Ein Schrei und heftige Beschimpfungen mütterlicherseits folgen.

„Schon wieder! Kannst du nicht aufpassen, du Tolpatsch!“ Der Ohrfeige kann ich gerade noch ausweichen.

So oder ähnlich liefen viele Szenen in meinem Elternhaus ab.

Viele Jahre später besuchten mein Mann und ich einen Vortrag über ADS , immer auf der Suche nach neuen Informationen, um unsere Söhne besser verstehen zu können. Auf dem Heimweg bemerkte mein Mann grinsend: „Nun weiß ich, weshalb du ständig den Kaffee verschüttest und oft ein bisschen zu viel Kaffeepulver in den Filter gibst!“ Ich hatte das selbst noch gar nicht so wahrgenommen.

Als meine Mutter starb, musste ich ihre gehüteten Porzellanschätze und andere Lieblingsstücke ausräumen und verteilen, denn etwas wegwerfen kann ich schlecht. Dabei stellte ich dann überrascht fest, dass es kaum ein Teil gab, das nicht beschädigt war.

Welche Erfahrungen habt ihr mit solchen Macken und Scherben bei den Fein- und Grobmotorik-Problemen bei ADHS machen müssen ?

4 Gedanken zu „ADHS und Grobmotorik

  • 22.05.2020 um 10:34
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    Spannend finde ich auch, wie sich solche Eigenschaften durch die Generationen fortführen und wie schlecht teilweise die Eigenwahrnehmung – wie bei meiner Mutter – ausgebildet ist. Bei mir wurde jeder kleine Fehler registriert, während sie all ihre kleinen Unfälle ausblendete. Zum Glück sind wir wenigstens in diesem Punkt unterschiedlich. Allerdings wurde wiederum viel an einen meiner Söhne vererbt.

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  • 22.05.2020 um 00:57
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    Das gemeinste ist ja, dass einem unterstellt wird man macht es a) mit Absicht und b) wenn man sich dann nicht selbst drüber aufregt,( man hat es ja schon 100 mal so erlebt), kriegt man unterstellt dass es einem dann auch noch gleichgültig sei und dies ja wohl eine unverfrorene Frechheit bedeute…

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  • 21.05.2020 um 20:57
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    Ich muss heute noch beim Türen-schließen aufpassen, dass ich nicht zuviel Kraft einsetze. Ich mache eine Tür oft zu, da denkt man, hoppla, das ist doch kein Eisentor, Garagentor o. ä. Ich merke es selber, nehme viel zu viel Schwung und muss dann heftig abbremsen, sonst knallt es. Passiert mir auch regelmäßig beim Öffnen von Küchenschränken,oder der Schiebetür des Schlafzimmerschrankes…trotz Medikation. Ich muss fast immer lachen und sage oft „Hoppla“…. Interessanterweise ging nur mein „Lieblingsgeschirr“ zu Bruch, nicht Geschirr, das mir gleichgültig war.

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  • 21.05.2020 um 17:34
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    ‪Puh … seit einigen Jahren unfallfrei ! Früher gab‘s Zeiten, da ging alleine mangels Konzentration vieles kaputt! Alleine die Unfälle mit dem Auto! Aber seit nun knapp 20 Jahren nix mehr! Warum auch immer es aufhörte, aber ich kann mich gut, aber ungern an diese Zeit erinnern, egal wie oder was man versucht hatte, man baute wieder Mist, machte was kaputt. War nicht schön diese Zeit ! So gar nicht !

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