ADHS und vorzeitiger Samenerguss

Sexuelle „Funktionsstörungen“ sind ein häufiges, aber vergleichsweise selten angesprochenes Problem. Während man häufig eher die Hypersexualität im Sinne von vermehrtem sexuellen Verlangen im Zusammenhang mit ADHS sieht bzw. wechselnde Partner und Beziehungsprobleme kennt, untersucht eine neue Studie den Zusammenhang von Ejakulationsstörungen des vorzeitigen Samenergusses und ADHS.

Auch wenn es nur eine vergleichsweise kleine Probandengruppe war, so wurde doch bei immerhin 42 Prozent der Patienten mit einem vorzeitigem Samenerguss in der weiterführenden Diagnostik ein ADHS mit Beginn im Kindesalter festgestellt. Dagegen war in der Kontrollgruppe die Prävalenz = Häufigkeit bei 3,7 Prozent (also in etwa der zu erwartenden Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung).

Wenn man sich jetzt den Samenerguss als eine kompexe Steuerung der eigenen Wahrnehmung bzw. Aufmerksamkeit und der Impulskontrolle vorstellt, ist ein solcher Zusammenhang durchaus wahrscheinlich und zumindest interessant.

Ein Grund mehr für eine gute und frühzeitige ADHS-Diagnstik und Therapie 🙂

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Ein Gedanke zu „ADHS und vorzeitiger Samenerguss

  • 26.09.2012 um 07:13
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    Dieses Thema finde ich höchst spannend. Ich glaube aus eigener Erfahrung auch, dass die Hypersensibilität und die Impulskontroll-Schwäche (hier im wahrsten Sinne des Wortes) ihren Teil dazu beitragen. Und dann erst der Hyperfokus! Einmal im Geschehen, gibt es kein zurück mehr. Aber die gute Nachricht ist: Endlich kann Mann sich die Nebenwirkungen der SSRI auch einmal zu nutze machen 🙂

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