Intuniv (R) (Guanfacin) Sicherheits-Überprüfungen vor und während der Therapie

Wenn Pharmavertreter die Türen von ADHS-Ärzten belagern, dann wird damit in aller Regel ja zunächst eine höhere Verordnung eines neues Medikamentes erreicht. Das ist ja das Ziel der Promotion.

Im Falle von Intuniv (Guanfacin) der Firma Shire wurde nun ein ziemlich uralter Wirkstoff für ein „neues“ Indikationsgebiet beworben. Und eben letztlich auch mit der unterschwelligen Botschaft, es sei eine sichere Alternative zur Goldstandardtherapie mit Stimulantien oder Atomoxetin.  Es wurde zwar dargelegt, dass es eher dann als Ausweichtherapie eingesetzt werden sollte, wenn die anderen Maßnahmen nicht greifen. Oder eben als „ADD-On“, d.h. als Ergänzung zur Therapie mit Methylphenidat oder Amphetaminen.
So ganz unproblematisch ist dieses Blutdruckmittel aber eben nicht. Es hat Einfluss auf die QT-Zeit am Herzen, den Blutdruck und kann u.a. Schläfrigkeit und eine erhebliche Gewichtszunahme auslösen. Wobei das ja gerade „Werbeargumente“ sind, d.h. diese Effekte sollen ja gerade den Einschlafproblemen und dem ständigen Appetitmangel unter der Stimulanziengabe möglicherweise entgegen wirken.

Wie auch immer.
Jetzt kommen „Schulungsmaterialen“ der Firma bzw. des BFARM, die sich mit Sicherheitsaspekten = Risiken der Medikation beschäftigen.  Ein Großteil der Aspekte sind für Kinder- und Jugendliche nicht relevant, würden aber sehr wohl bei einer off-label-Verordnung im Erwachsenenalter eine Rolle spielen.

Schaut selber auf die Checkliste, die jetzt im Prinzip jeder Arzt vor der Verordnung ausfüllen müsste bzw .dann im Verlauf der Therapie protokollieren sollte :

Checkliste

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