Wird ADHS zu häufig diagnostiziert und behandelt ?

ADHS-Diagnose und Medikation in Großbritannien (2000–2018)
🔍 ADHS-Zahlen in Großbritannien steigen
Eine neue Studie von McKechnie et al. untersucht die Diagnose- und Verschreibungsraten von ADHS bei Kindern und Erwachsenen über einen Zeitraum von 18 Jahren (2000-2018). Die Ergebnisse zeigen eine Zunahme der Diagnosen, besonders bei Jungen und jungen Erwachsenen. Interessant: Obwohl mehr Menschen diagnostiziert werden, bleibt die Verschreibungsrate für ADHS-Medikamente relativ gering – vor allem bei Erwachsenen und Frauen.
📊 Schlüsselzahlen:
- 0,5% der britischen Bevölkerung hatte 2018 eine ADHS-Diagnose, nur 0,2% erhielten Medikamente.
- Bei Kindern stieg die Diagnose- und Medikationsrate deutlich, besonders in benachteiligten Gebieten.
- In Erwachsenen (18-29) stiegen die Diagnosen ebenfalls, aber viele erhielten keine Medikation.
📉 Was bleibt?
Die Studie zeigt, dass trotz gestiegener Diagnosen immer noch viele Menschen – besonders Frauen – mit ADHS unterversorgt bleiben. Es besteht also weiterhin Handlungsbedarf, um den Zugang zu Diagnose und Behandlung zu verbessern.
⚠️ Wichtige Implikationen:
- Übergang von der Jugend- zur Erwachsenenversorgung bleibt schwierig.
- Frauen sind unterdiagnostiziert und unterbehandelt.
🌟 Fazit: Wir brauchen mehr Aufklärung und eine bessere Versorgung, um sicherzustellen, dass alle Menschen mit ADHS die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.
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McKechnie et al. (2024). Attention deficit hyperactivity disorder diagnoses and prescriptions in UK primary care, 2000–2018: population-based cohort study. Veröffentlicht in BJPsych Open. DOI: https://doi.org/10.1192/bjo.2024.781


