ADHS und Politik

In der ARD-Sendung zur Piratenpartei in Berlin outetet sich Christopher Lauer als ADHSler. Wer seine Selbstdarstellung im Blog liest, glaubt das sofort. Und so nimmt er in seinem Blog zu seinem ADHS-„Outing“ Stellung, was dann eine entsprechende Diskussion auslöst.“Ich habe ADHS – und das ist auch gut so“. Klarmachen zum Ändern ist seine Parole. Das gefällt mir schon eher. Man könnte sich natürlich auch fragen, ob eine ADHS-Diagnose nun Aufnahmevoraussetzung für die Piratenpartei ist. Wahrscheinlich nicht. Aber helfen würde es vermutlich ungemein, wenn man die etwas unkonventionellen Anfänge dieser Organisation so anschaut. Wenn sie dann auch noch zu Themen finden, wird es spannend. Spannend, ob sie auch weiterverfolgt werden.

Politiker brauchen ja allgemein Berater, die sich dann Consultant schimpfen. Lobbist klingt ja auch nicht so fein.

Ich habe mich gerade gefragt, ob es Politiker-Coaching gibt. Also Wegbegleiter, die Typen wie Lauer quasi dahingehend strukturieren, dass sie dort ankommen, wo sie hinwollen. Und nicht dort landen, wo andere sie haben wollen.

Statt Dienstwagen oder Dienstfahrrad würde ich der Piratenpartei dringend zu einem guten ADHS-Coach raten.

Seine eigenen Standpunkte und Ziele verfolgen können ist in einem Landesparlament bestimmt schwierig. Besonders, wenn man wirtschaftlich nicht unabhängig ist bzw. in einer Legislaturperiode nicht sein wird. Ob es zur Wiederwahl kommt, ist ja offen. Ich habe echt Respekt davor, sich auf einen solchen Weg einzulassen.

Methylphenidat wird in gewisser Weise helfen, den eigenen Standpunkt klarer zu sehen bzw klarer transportieren zu können. Coaching wäre wichtig, damit der Weg auch eingehalten werden kann bzw. eine gewisse äußere Strukturvorgabe auch bestehen bleibt.

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