Pädagogische Gartenzwerge

Vorweg: Es gibt ganz ganz tolle Erzieherinnen und Lehrer und ich finde es eigentlich müssig, nun über Lehrpersonenin Hinblick auf ADHS und Entwicklungsstörungen zu schelten. Und doch kann ich mich da (syndrombedingt ?) mal wieder nicht so zügeln, wie ich es eigentlich von mir und anderen erwarten würde / müsste.

Worum geht es? Uns allen sind wohl schon Menschen begegnet, die Einfluss auf unsere Kinder bzw. auch auf uns selbst haben, die über den geistigen Horizont mit einem Radius von Null verfügen. Ihr eigener Standpunkt wird als Mass aller Dinge genommen. Sie sind in etwa so flexibel und weitsichtig wie ein Gartenzwerg.

Meinem kleinen Sohn widerfuhr nun beispielsweise vor den Herbstferien ein unschönes Erlebnis mit einer „Sport-Lehrerin“. Diese Dame war bzw. ist der Meinung, das Seilspringen essentiell für Kinder ist. Das mag sein, auch wenn ich als Arzt vielleicht nicht ausreichend die Bedeutung des Seilspringens für die schulische Karriere von Kindern beurteilen kann.
Klar ist nur, dass mein Sohn eine sog. Dyspraxie hat und u.a. deshalb die Klasse eine sog. Integreationsklasse ist. Er hat eine Schulbegleitung, da er eben speziell im Bereich der Koordination und motorischen Entwicklung (aber nicht nur dort) schwere Entwicklungsrückstände aufweist.

Soweit – so schlecht.
Nun schafft es diese Lehrerin aber, meinem Sohn Angst vor dem Sportunterricht zu machen. Das geht soweit, dass er nicht mehr zur Schule gehen wollte bzw. mit psychosomatischen Symptomen reagierte.

Glücklicherweise kamen die Herbstferien. Ich kann es mir glücklicherweise leisten, häufiger als andere Familien in Urlaub mit meiner Familie zu fahren. Und diesmal waren wir in einem Hotel mit einem Kinderclub. Erstaunlicherweise wollten sowohl mein „Grosser“ wie auch der „Kleine“ (12 und 10) da hin. Und dies war für mich umso erstaunlicher, weil dort eigentlich jeden 2. Tag irgendwelche Olympiaden mit körperlichen Übungen (vom Einbeinstehen, Teebeutelweitwurf bis eben Seilspringen) auf dem Programm standen.
Die 17- bzw. 23-jährigen Animateure haben es aus mir völlig unbegreiflichen Gründen geschafft, wie selbstverständlich jedes Kind zu integrieren. Und zwar so, dass ihnen das Programm da Spass gemacht hat und sie jeweils individuellle Fortschritte als Anreiz zurück gemeldet bekommen haben.

Und ganz nebenbei hat mein Sohn dann sogar seine Motorik und Koordination verbessert. Bis die Schule jetzt wieder los geht …

Sicher, das ist Urlaub. Aber es ärgert mich, dass wir immer wieder erst im Urlaub dann Fortschritte erleben. Das war ähnlich beim Schwimmen und anderen angeblich essentiellen Dingen, die letztlich nicht nur mit Bewegung, sondern viel mehr mit Annahme des Anderssein, einem individuellem Lern- und Entwicklungstempo und eben unterschiedliche Fertigkeiten zu tun hat.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder solche pädagogischen Gartenzwerge sofort erkennen und instinktiv nicht mögen.
Das ist dann eine Ablehnung auf Gegenseitigkeit.
Diese LEER-Kräfte beschweren sich dann bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit darüber, dass die Kinder zu laut oder sonstwie störend sind.

Aus meiner bescheidenen Sicht sollte es zum pädpagogischen ABC gehören, dass man als Lehrer RUHE in eine Klasse bekommt. Diesen Gartenzwergen misslingt es in der Regel von der ersten Minute ihres pädagogischen Da-Seins.

Eine weitere Forderung seitens der Schüler an Lehrer sollte sein, dass sie gerecht sind. Auch diese Fähigkeit spielt aus dem Blickwinkel des Gartenzwergs natürlich keine Rolle. Im Gegenteil: Gerechtigkeit bedeutet eher, dass man alle Schüler mit Verachtung und Ablehnung gleich behandelt.

Aber genug von diesem Frust …

Was mir dann auffällt: Genau diese Lehrpersonen tauchen dann bei mir mit dem Ende der Ferien in der medizinischen Reha wegen „Burnout-Syndrom“ auf. Sie könnten mit Anfang 50 keine Kinder mehr ertragen, weil diese zu unmotiviert, zu laut und überhaupt falsch wären. Die Ferien würden nicht ausreichen, sich zu erholen (Wovon ?).

ich bekomme da so einen Hals ….

Leider ist es aber so, dass man die Schulen nicht so einfach von diesen Gartenzwergen befreien kann. Im Gegenteil: Je länger sie auf ihrem Platz verharren, desto mächtiger werden sie.

Wie geht Ihr mit dieser Sorte Lehrer / Erzieher um ?

7 Gedanken zu „Pädagogische Gartenzwerge

  • 24.01.2017 um 15:48
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    Hier meine Geschichte zur Begegnung mit vielen Gartenzwergen: Ich hatte heute ein Telefongespräch mit der Conrektorin nachdem ich meine ADHS Tochter von ihrer Schule zum Halbjahr abgemeldet hatte. Wir haben jetzt 2 Grundschulen und 2 weiterführende Schulen hinter uns und damit zahlreiche Lehrergespräche, die ich immer respektvoll und ruhig geführt hatte, obwohl mir immer nur Herablassung und Unverständnis bzgl der Problematik unsere Tochter entgegen schlug. Es war nicht eine/einer dabei der ADHS als Ursache akzeptiert hätte. ADHS haben Jungs, die laut sind und den Unterricht stören. Aber kein oberflächlich betrachtet ruhiges Mädchen. Bei Störungen des Sozialverhaltens wurde immer weg gesehen, Dyskalkulie gibt es nicht und fehlende Aufmerksamkeit ist halt wegen schulischer Überforderung. Natürlich auch der Schwindel, die AVWS und Migräneanfälle.
    Ich habe viel gespürt, was Lehrer dachten, aber richtig offen war niemand.
    Nun zurück zu meinem Gespräch heute. Der besagten Conrektorin war bekannt, dass meine Tochter bereits die 5. Klasse freiwillegen wegen sozialer Probleme auf einer anderen Schule wiederholt hatte. Ihr war bekannt, dass sie auf ihrer Schule 1 Jahr lang gemobbt und sozial ausgegrenzt wurde. Ihr war bekannt, dass dies über Monate bis zu einem Maximum ging, als meine Tochter zum Schulverweigerer wurde und sich in den Pausen auf dem Klo einschloss. Ihr war bekannt, dass wir eine 4 wöchige ADHS Kur gemacht haben, damit es wieder besser geht.
    Ihr war bekannt, dass das Mobberkind auch viele Lehrer zur Verzweiflung brachte (viell auch ein ADHS Kind?). Und ihr war bekannt, dass ich ein weiteres Mal das Mobbing gegen meine Tochter nicht dulden würde. Dieser Fall war leider jetzt eingetreten. Da fing sie am Telefon wie all die anderen Lehrer vor ihr damit an zu erklären warum denn alles normal sei in der Klasse und bei meiner Tochter und sie könnte ja garkein Problem erkennen. Was meint Ihr, was das bei mir ausgelöst hat??? Richtig, diesmal keine Diplomatie, kein Respekt, keine Ruhe: ich war ausser mir, mein Ton war laut und wurde immer lauter als sie nicht damit aufhörte alles herunterzuspielen, ich habe sie nicht mehr ausreden lassen – ich ertrage das nicht mehr!!!!! Ich h…. dieses verlogene Pack!!!! Gut dass ich am Telefon war, sonst hätte ich für nichts garantieren können.
    Jetzt bin ich nur noch tief traurig und mag mit niemanden mehr über die Probleme reden. Demnächst beginnt dann Schule 5. Mal sehen wie wir das durchstehen….

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  • 18.02.2016 um 10:23
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    Ich kann den Ärger gut nachvollziehen. Schöne Grüße an die Lehrerin von einem ehemaligen Amateurboxer, der immer noch drei mal die Woche trainiert, Seilchenspringen ist schon verflucht anspruchsvoll hinsichtlich Timing und Koordination, ob man da unbedingt Kinder die diesbezügliche Probleme haben hinquälen muss, halte ich für fraglich.

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  • 08.11.2015 um 17:33
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    Oh wie sprechen Sie mir doch aus dem Herzen, Herr Dr.Winkler. Es tut gut zu lesen, dass selbst Fachpersonen an Grenzen kommen mit diesen Gartenzwergen.
    Wir haben auch seit mehr als einem Jahr mit so einem Gartenzwerg zu kämpfen (passendere Bezeichnung gibt es gar nicht)! Gerne hätte ich dem Gartenzwerg schon lange den Fuss gestellt. Aber dank unsrem sehr guten Therapeuten (der Beste), der mich immer wieder auf den Boden geholt hat, bin ich relativ lange ruhig geblieben. Aber ich stellte und stelle mir immer wieder die Frage, muss ich mir das alles bieten lassen von einem Gartenzwerg? Mein Sohn ist ein Kind mit ADHS. Von der Lehrperson, wie auch von der Heilpädagogin nicht erkannt, obwohl ich es als Mutter immer wieder in den Raum gestellt habe. Selbst als unser Therapeut die Untersuchungsergebnisse der Schule mitgeteilt hat und Massnahmen/Verbesserungsvorschläge gemacht hat, selbst dann hat der Gartenzwerg weiter alle erdenklichen Register gezogen, um mich als Mutter bei jeder (un-)passenden Gelegenheit darüber zu informieren, wie unmöglich mein Kind ist.

    Man braucht extrem viel Energie und Standhaftigkeit, um den Druck der Schule aushalten zu können. Denn es sind ja nicht nur die Kinder, welche die Gartenzwerge erkennen, sondern man spürt auch als sensible, dünnhäutige Mutter von der ersten Begegnung an die Antipathie. Das schlimmste finde ich, dass der Gartenzwerg mir sagen kann: „Wenn ich noch mehr so Kinder hätte wie ihres, würde ich den Beruf nicht mehr ausüben!“ oder „Ihr Kind ist gewöhnungsbedürftig“ oder „seine Unruhe ist etwas, woran man sich gewöhnen muss“!

    Eigentlich hätte ich den Spiess umdrehen müssen und sagen sollen: „Sie sind als Lehrerin gewöhnungsbedürftig“ oder „Wenn es noch mehr solche Lehrer gibt wie sie, kann man Kinder mit ADHS nicht mehr in ihre Schule schicken“! usw. (…aber dann hätte ich mich auf das Gartenzwerg Niveau herabgelassen!). Sympathisch, oder? Ja vielleicht wäre genau dass der Zeitpunkt, an welchem man den Beruf wechseln sollte und nicht nur in eine Burnout-Therapie gehen sollte. Das sind für mich Aussagen, die man als pädagogisch ausgebildete Fachperson nicht machen darf.

    Jetzt, wo ich endlich die Energie aufgebracht habe, dem Gartenzwerg ein paar Steine in den Garten zu legen, spricht man in der Schule von Missverständnissen! Und man hat doch alles gar nicht so gemeint. Hallo! Wo bitte sind bei solchen Aussagen Missverständnisse?

    Ich arbeite selber seit 25 J. in der Pflege und bin mit viel Engagement und Herzblut eine Pflegende und ich liebe auch nach so langer Zeit meine Klienten (Kinder) und meinen Beruf. Die Klienten haben sich verändert (oder haben wir uns verändert). Die Ansprüche an die Pflegenden sind höher, Sparmassnahmen sind spürbar und der Zeitdruck ist auch hier eine enorme Belastung. Aber gerade deshalb müssen die Pflegestandards angepasst werden, sonst ist die Qualitätssicherung nicht mehr gewährleistet. Das braucht Engagement, Zeit, Zertifizierungen, Weiterbildungen, usw. und auch ganz viel Freude und Motivation am Beruf um den Anforderungen in der heutigen Zeit standhalten zu können. Jeden Klienten als Individuum wahrnehmen und Ressourcenorientiert pflegen.

    Und genau das erwarte ich auch von der Schule und den Lehrpersonen. Und dass die überforderten Gartenzwerge in eine Schubkarre geladen werden und ein Coaching erhalten. Und dann müssen sie einen Test bestehen (wie beim Autofahren, ob sie noch fahrtauglich sind). Und sie dürfen den Garten erst wieder betreten, wenn sie den Test bestanden haben und Energie und Empathie zeigen, um sich den „Neuen“ Herausforderungen zu stellen.

    Super! So jetzt habe ich den Frust abgelassen und damit eine ganze Schubkarre gefüllt, bevor ich am Montag das nächste Schulgespräch habe.

    Etwas hätte ich noch! Wünsche in der Vorweihnachtszeit darf man schliesslich noch haben!

    Mein/e Wunschlehrer/in für meinen Sohn (und für alle anderen Kinder, welche laut Schule nicht in ein Schema passen, egal welcher Ursache):

    – bereit sein mit den Kindern/Eltern/Therapeuten ins gleiche Boot zu steigen und miteinander (nicht gegeneinander) am gleichen Ziel zu arbeiten
    – empathisch und authentisch sein
    – einen offenen, lebhaften, spannenden Unterricht gestalten und auch mal vom Schema x abweichen
    – Störverhalten und Provokationen nicht persönlich nehmen und das Verhalten von der Person trennen
    – die Mutter nicht als Erziehungsunfähig deklarieren, sondern sie als Expertin ihres Kindes wahrnehmen
    – kein negativ-wertendes Feedback, sondern Tatsachen auf den Tisch legen und gemeinsam nach Lösungen suchen
    – jedes Kind als Individuum wahrnehmen und Ressourcenorientiert unterstützen und fördern

    P.S. Es ist mir absolut bewusst, dass es auch wertvolles und professionelles Lehrpersonal gibt. Leider gibt es aber wie überall „schwarze“ Schafe! Schade!

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  • 08.11.2015 um 00:09
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    Solche Lehrer, bzw. solche Menschentypen, haben mit ihrer eigenen Kindheit etwas nicht abgeschlossen. Vielleicht ist die Kindheit frühzeitig auf die Eine oder Andere Art im weitesten Sinne traumatisch abgebrochen worden oder die emotionale Betreuung ist nicht ausreichend begleitet worden. So oder so ist die Erinnerung an die eigene Kindheit das Problem bei solchen Leuten.
    Es gibt zwei Wege damit umzugehen, man geht dem Thema aus dem Weg oder man versucht mit Gewalt das Problem zu beherrschen. Und genau diejenigen, die das Problem beherrschen wollen, wollen dies über die Herrschaft über Kinder erlangen. Dabei bieten sich soziale Kontakträume mit Kindern wie Kindergärten und Schulen geradezu an.

    So ist das leider. Viele Menschen laufen herum und haben mit sich selbst und ihrer Vergangenheit eine Rechnung offen und jeder muss dafür büßen, jeder wird zum Sündenbock gemacht, der daran erinnert.

    Also Ärger runterschlucken, wenn möglich arrangieren mit den Leuten, den Kindern erklären wieso diese Leute so sind und Verständniss lernen. Dann findet man ggf. einen Zugang zu solchen Leuten und erreicht wirklich etwas 😉

    Viel Erfolg!

    Schulsport is eh Blödsinn, das hatten wir ja schon mal das Thema :o)

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  • 06.11.2015 um 07:54
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    Der Ursprung von ungünstigem Verhalten selbst bei engagierten Lehrern liegt meiner Meinung nach häufig daran, dass sie keine äußeren Zeichen dafür sehen können, warum manche Kinder schlechter aufpassen als andere, und sie – quasi automatisch – bei diesen einen Mangel an Bemühen unterstellen.
    Körperbehinderungen unterliegen diesem Irrtum nicht: Kein Sportlehrer würde einen Schüler im Rollstuhl unwirsch zum 100m-Sprint auffordern, weil man von außen sehen kann, warum der es nicht können kann.
    Das AD(H)S-Leitsymptom A1 Aufmerksamkeitslenkungsdefizit (wie auch andere Defizite der automatischen Selbstregulation ASR) ist genauso organisch basiert wie Querschnittslähmung, allerdings sieht man sie jemandem eben nicht von außen an.
    Angelehnt an die Ergebnisse von Behaviorismus- und Bindungsforschung habe ich ein Pädagogen-Coaching (PU – Positiver Unterricht) erstellt, in dem nicht nur die neurobiologischen Grundlagen erklärt sondern vor allem auch praktisch umsetzbare Techniken vermittelt werden, wie man effektiv, klar, fair, freundlich und mit positiven Mitteln das Verhalten eines Einzelnen bzw. einer Gruppe beeinflussen kann. (Wer sich für Details zu PU interessiert, darf gerne Kontakt aufnehmen unter dorothea.boehm@posteo.de).

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  • 05.11.2015 um 04:07
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    Hallo Martin,
    *lach*, man spürt förmlich deinen Frust 😉 Aber du hast Recht, es gibt leider immer wieder und immer noch solche „pädagogischen Gartenzwerge“ (köstliche Beschreibung! :)))
    Auch meine Kinder hatten hin und wieder einen solchen, der ihnen das Schulleben schwer machte und meine Kinder manchmal an den Rand der Schulunlust und Schulverweigerung brachte.
    Meine Erfahrung war die, dass man in einem persönlichen Gespräch versuchen sollte, die betreffende Lehrperson mit ins gemeinsame Boot zu ziehen, indem man den Lehrer/die Lehrerin um Rat fragt und Willen zeigt, seine/ihre Erfahrungen anzuerkennen.

    Viele, oft ältere Lehrpersonen sind heute von den Forderungen der umstrukturierten Schule, den Eltern, der Verantwortung für die Schüler schlicht überfordert und reagieren entsprechend, ich sage mal „igelhaft“, denn Neuerungen stehen sie entsprechend skeptisch gegenüber und beharren auf alten und angelernten Lehrformen. Sobald nun ein Schüler aus der Reihe tanzt und eine andere oder individuellere Betreuung braucht, zeigen sie eher ihre Stacheln, denn plötzlich versuchen ganz viele Leute, ihnen in ihre Lehrform reinzureden und ihnen zu sagen, wie man es besser machen könnte, Ärzte, Psychologen, Eltern…..;)

    Hinzu kommt der Erwartungsdruck der heutigen Eltern, die heute sehr viel selbstverständlicher als früher von einer Lehrperson erwarten und tlw. auch mehr oder weniger laut fordern, dass die Lehrperson gefälligst ihr Kind nun ganz gezielt und individuell fördern und unterstützen muss! In einer Klasse mit 25-30 Kindern oder mehr muss die Lehrperson aber Grenzen ziehen und manchmal auch Abstriche machen! Es ist oft einfach nicht möglich, jedes einzelne Kind so zu unterstützen und zu fördern wie man es sollte.

    Natürlich ist es falsch von der Lehrperson, sich diesen Neuerungen nicht zu stellen, aber auch Lehrer sind keine Automaten, die man auf Knopfdruck umprogrammieren kann.
    Wenn du deinerseits versuchst, die Lehrperson so anzunehmen wie sie ist und ihr keine Vorwürfe und Vorhaltungen machst, hast du grosse Chancen, sie zum Verbündeten zu gewinnen. Erzähle der Lehrperson davon, wie dein Sohn ihren Unterricht wahrnimmt, ihre Forderungen und Bemerkungen, erzähle ihr von den psychosomatischen Problemen, aber ohne die Lehrperson dafür verantwortlich zu machen und ohne die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu propagieren. Frage sie um Rat, bitte sie um ihre Erfahrung und vor allem darum, wie ihr _gemeinsam_ das Problem lösen und deinem Sohn die Angst vor dem Sportunterricht nehmen könnt.

    Auf diese Art und Weise habe ich es oft geschafft, die Lehrperson mit ins Boot zu ziehen und aus manchen anfangs sehr schwierigen Schüler-Lehrer-Beziehungen wurde dann mit der Zeit tatsächlich eine sehr engagierte Lehrer-Schüler-Beziehung, der meine Kinder nicht wenig verdanken und an die sie heute nicht mehr mit Schrecken, sondern mit Freude denken.

    Nicht vergessen sollte man auch, dass alle Branchenimmer noch einer gewissen Schulhierarchie unterliegen. Und diverse Nebenfächer haben halt in der Hierarchie oft auch „weniger“ zu sagen, Auch deshalb staut sich dort oft Frust an, es ist unrealistisch zu glauben, jeder Lehrer hat seinen Traumberuf gefunden, den er mit Leib uns Seele und allem Herzblut ausübt…;) Leider!

    Viel Glück und viele Grüsse, Chris

    PS: Ich möchte weder einen Berufsstand diskriminieren, noch über einen Kamm scheren! Desinterressierte Lehrer gibt es leider in allen Branchen!

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    • 06.11.2015 um 22:30
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      HALLO,
      das kann man alles sehr gut nachfühlen. Es empfiehlt sich nun endlich mal über den Tellerrand zu blicken und sein Engagement hier einzubringen, lieber Herr Dr. Winkler: http://www.lernwelt.at/

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