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Vorsicht bei Quetiapin bei Unruhe und Schlafstörungen

Achtung Eltern: Warum die häufige Verschreibung von Quetiapin bei Jugendlichen problematisch sein kann

Einleitung


In letzter Zeit verschreiben Ärzte immer öfter ein Medikament namens Quetiapin an Jugendliche, auch bei Problemen wie Unruhe oder schlechtem Schlaf. Dieses Medikament gehört zu einer Gruppe, die ursprünglich für die Behandlung schwerer psychischer Erkrankungen gedacht war. Es ist wichtig, dass Eltern die Risiken und den eigentlichen Zweck dieser Medikamente verstehen.

Was ist Quetiapin?


Quetiapin ist ein Medikament, das in der Regel zur Behandlung von ernsthaften psychischen Problemen wie Schizophrenie (einer Krankheit, die Halluzinationen oder Wahnvorstellungen verursacht) oder bipolaren Störungen (die extreme Stimmungsschwankungen verursachen können) eingesetzt wird. Auch bei einer Zwangsstörung wird es nicht selten eingesetzt. Manchmal verschreiben Ärzte es aber auch für andere Probleme wie Unruhe oder Schlafstörungen.

Sie nutzen dann quasi Nebenwirkungen des Medikamentes wie starke Müdigkeit und häufig auch eine Unterdrückung des Traumschlafs aus, die aber eigentlich nicht das Anwendungsgebiet des Medikamentes darstellen.

Manchmal habe ich inzwischen das Gefühl, dass atypische Neuroleptika fast nur noch für diese Art von Symptomen verordnet werden und die ursprünglichen (relativ begrenzten) Indikationen eine untergeordnete Rolle in der Vermarktung spielen. Aber das mag mein subjektives Gefühl sein.

Warum ist die Verschreibung von Quetiapin und atypischen Neuroleptika zum Schlafen problematisch?

Vorweg : Ich halte diese Medikamentengruppe für einen Segen im Vergleich zu früheren Möglichkeiten in der Behandlung einer Schizophrenie, einer schizoaffektiven Störung oder auch Psychosen bei Bipolaren Störungen. Aber ich habe Bedenken, wenn ein Medikament eben massenhaft ausserhalb der eigentlichen Indikationen eingesetzt wird. Auch erschliesst sich mir der Sinn nicht wirklich, wenn Quetiapin z.B. bei chronischen Depressionen eingesetzt wird.

Das Nutzen-Risiko-Profil von Quetiapin und ähnlichen Medikamenten muss daher kritisch hinterfragt werden, insbesondere wenn sie für nicht zugelassene Indikationen verschrieben werden. Es besteht die Gefahr, dass die potenziellen Risiken, darunter Gewichtszunahme, Diabetes, Dyslipidämie und kardiovaskuläre Probleme, die möglichen kurzfristigen Vorteile bei der Behandlung von Unruhe oder Schlafstörungen überwiegen.

Zusätzlich sollten die zugrundeliegenden Ursachen für die Zunahme des Antipsychotikagebrauchs bei Jugendlichen untersucht werden. Es muss geklärt werden, ob dieser Anstieg auf eine Zunahme psychischer Belastungen, auf einen Mangel an psychotherapeutischen Behandlungsoptionen oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist. Eine sorgfältige Diagnosestellung und die Berücksichtigung alternativer Behandlungsstrategien, wie Psychotherapie oder Verhaltenstherapie, sollten im Vordergrund stehen, bevor zu Antipsychotika gegriffen wird.

  • Risiken: Auch in kleineren Dosen, wie sie für Schlafprobleme verschrieben werden, kann Quetiapin Nebenwirkungen haben. Dazu gehören Veränderungen im Stoffwechsel, was Probleme wie Gewichtszunahme und Zuckerkrankheit (Diabetes) bedeuten kann. Auch Herzprobleme sind möglich.
  • Nicht für alles geeignet: Quetiapin wurde nicht speziell für Unruhe oder Schlafprobleme entwickelt. Es gibt andere, sicherere Wege, um diese Probleme zu behandeln.

Was sollten Eltern tun?

  • Informieren und Fragen stellen: Es ist wichtig, dass Eltern sich über das Medikament informieren und den Arzt fragen, warum es verschrieben wird. Fragen Sie nach den Risiken und ob es andere Behandlungsmöglichkeiten gibt.
  • Alternativen suchen: Oft gibt es andere Wege, um Probleme wie Unruhe oder schlechten Schlaf zu behandeln, zum Beispiel durch Therapien, die nicht auf Medikamenten basieren.
  • Vorsicht bei der Verwendung: Wenn Quetiapin verschrieben wird, sollte es mit Vorsicht und unter genauer Beobachtung verwendet werden. Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten oder der Gesundheit Ihres Kindes.

Zusammenfassung: Die Verschreibung von Quetiapin an Jugendliche, besonders für Probleme wie Unruhe oder Schlafstörungen, sollte sorgfältig überdacht werden. Dieses Medikament hat spezifische Zwecke und Risiken, die Eltern kennen sollten. Es ist wichtig, immer nach sicheren und geeigneten Behandlungsmöglichkeiten für Ihre Kinder zu suchen und sich gut zu informieren.

Quelle : https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/148382/Zahl-der-Verordnung-von-Antipsychotika-an-Jugendliche-hat-zugenommen

Ein Gedanke zu „Vorsicht bei Quetiapin bei Unruhe und Schlafstörungen

  • Carl J. Kugler

    Ich kann dies nur bestätigen!!! Ich kenne mind. 50 Patienten (über Jahre sogar mehr!), welche wie in ihrem Beispiel behandelt werden. Der Hauptgrund ist (ich kenne kaum andere, evtl. „Mal ausprobieren, bei manch anderen Patienten scheunt das zu helfen!), ist: Keine Sucht und Abhängigkeits- Entwicklung, gegenüber andren Medikamenten, vor allem bei Patienten, welche nicht auf Antidepressiva ansprechen (aus unterschiedlichen Grunden!). An zweiter Stelle steht Lyrica (welche jedoch trotz angeblicher Sicherheit und Verträglichkeit… – Zu Stark oder schwach wirkt; absetz-sydrim /Entzugserscheinungen, oder sehr schnelle Gewöhnung mit 450mg Dosen am Tag verabreicht wetden müssen und dann alle Monat/Monate abgesetzt werden und wieder neu hochdosiert vetabreicht werden.). 👉🏻 Primär : Zu hohe Angst vor Tranquilizer, vetbunden mit wenig Zeit für Patienten Begleitung und Überprüfung con verzräglichkeit und Einhalten der Verordnung Anweisungen! Freie Praxisplätze sind kaum oder bicht zu finden (unabhängig davin den Richtigen Therapeuten/in pp. zu finden)!

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