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ADHS-Teenager zweifeln an ihrer Gesundheit häufiger als andere

„Das kann doch nicht normal sein?“ – ADHS-Teenager zweifeln an ihrer Gesundheit häufiger als andere

Neue Studie zeigt: Jugendliche mit ADHS haben nicht nur mehr körperliche Beschwerden, sondern auch mehr Unsicherheiten über ihre Gesundheit

Hast du jemals daran gezweifelt, ob du wirklich gesund bist? Oder kennst du das Gefühl, ständig neue Symptome an dir zu entdecken? Eine neue schwedische Studie zeigt: Jugendliche mit ADHS leiden nicht nur häufiger unter körperlichen Beschwerden, sondern sind auch unsicherer, ob sie ernsthafte Erkrankungen haben könnten.

Diese Unsicherheit betrifft Krankheiten wie Asthma, Diabetes, Hautkrankheiten und sogar Autoimmunerkrankungen. Warum ist das so – und was bedeutet es für den Alltag und die Behandlung von Jugendlichen mit ADHS?


ADHS und körperliche Beschwerden: Was sagt die Studie?

Forscher aus Schweden (Lundqvist et al., 2025) haben über 1.600 Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren befragt. Dabei wurde untersucht:
Wie häufig ADHS-Teenager körperliche Beschwerden haben im Vergleich zu Jugendlichen ohne psychische Diagnose.
Ob ADHS-Jugendliche sich unsicherer fühlen, ob sie bestimmte Krankheiten haben könnten.

Die Ergebnisse: ADHS und somatische Beschwerden gehen oft Hand in Hand

🔴 Jugendliche mit ADHS hatten signifikant häufiger körperliche Beschwerden als Gleichaltrige ohne psychische Diagnosen:

  • 43,4 % der Jugendlichen mit ADHS hatten Allergien (vs. 27,8 % in der Kontrollgruppe).
  • 24,7 % litten an Asthma (vs. 16,0 %).
  • 16,7 % hatten Hauterkrankungen (vs. 8,1 %).
  • Frauen mit ADHS hatten fast doppelt so oft Migräne wie ihre neurotypischen Altersgenossinnen.

🔴 Unsicherheit über die eigene Gesundheit ist ein großes Thema bei Jugendlichen mit ADHS:

  • 7-mal so viele ADHS-Jugendliche wussten nicht, ob sie Rheuma haben.
  • 6-mal so viele waren unsicher, ob sie eine Schilddrüsenerkrankung haben.
  • 2-mal so viele waren sich nicht sicher, ob sie Asthma oder Diabetes haben.

Warum diese Unsicherheit? ADHS, Angst und das Gefühl, „anders“ zu sein

Diese Unsicherheit könnte mit mehreren Faktoren zusammenhängen:
📌 ADHS und Angststörungen: Jugendliche mit ADHS haben häufiger Angstprobleme – diese können sich auch in Sorgen um die eigene Gesundheit äußern.
📌 Körperliche Symptome ohne klare Diagnose: Viele ADHS-Betroffene haben diffuse Beschwerden wie Erschöpfung, Schmerzen oder Unwohlsein, die nicht immer einer Krankheit zugeordnet werden können.
📌 Fehlende medizinische Unterstützung: ADHS-Teenager berichten häufiger, dass sie sich vom Gesundheitssystem nicht ernst genommen fühlen.

👉 Fazit: Jugendliche mit ADHS brauchen nicht nur medizinische, sondern auch psychologische Unterstützung, um mit dieser Unsicherheit umzugehen.


Was bedeutet das für Eltern, Lehrer und Ärzte?

👩‍⚕️ Medizinische Fachkräfte:
Gesundheitsängste bei ADHS ernst nehmen.
Nicht nur die offensichtlichen Symptome behandeln, sondern auch Ängste und Unsicherheiten ansprechen.

👩‍🏫 Eltern & Lehrer:
Mit ADHS-Teenagern über ihre Unsicherheiten sprechen, ohne sie abzuwerten.
Wissen vermitteln: Jugendliche mit ADHS brauchen oft klare Informationen über ihren Körper und ihre Gesundheit.

📌 Quelle: Lundqvist, S., Röjås, S., Bador, K., Råstam, M., & Kerekes, N. (2025). Somatic comorbidities and health-related uncertainty among Swedish adolescents with ADHD. Frontiers in Psychiatry, 16, 1534280. DOI-Link

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