ADHS und schlechte Handschrift
✍️ Krakelige Schrift bei Kindern – nur Schlampigkeit oder verstecktes ADHS?
Neue Studie zeigt: Handschriftprobleme geben Hinweise auf tiefgreifende neurokognitive Störungen
🔍 Hook – warum du weiterlesen solltest:
Wenn dein Kind beim Schreiben den Stift fast zerdrückt, Buchstaben übermalt oder die Schrift unleserlich ist – achte genau hin. Solche Auffälligkeiten können erste sichtbare Signale für eine Kombination aus ADHS und Legasthenie sein. Eine aktuelle Studie zeigt: Diese Kinder kämpfen nicht nur mit Aufmerksamkeit und Lesen, sondern auch mit sichtbaren Schwierigkeiten beim Schreiben – mit klaren Hinweisen im Gehirn!
📚 Studienfazit in Kürze – mit Relevanz für Diagnostik & Therapie:

Titel der Studie:
Handwriting deficits in the comorbidity of dyslexia and attention-deficit/hyperactivity disorder and their electrophysiological correlates
(Research in Developmental Disabilities, Wang et al., 2025)
🔬 Was wurde untersucht?
Die Studie verglich 156 Kinder (7–12 Jahre) in vier Gruppen:
- ADHS-only
- Legasthenie-only (DD)
- Kombiniert ADHS + Legasthenie (COM)
- Kontrollgruppe (typisch entwickelt)
Gemessen wurden Schreibgeschwindigkeit, Lesbarkeit sowie EEG-Aktivitäten im Ruhezustand.
🧠 Was wurde gefunden?
- Die COM-Gruppe schrieb signifikant langsamer und unleserlicher als gesunde Kinder.
- Besonders auffällig: Die Lesbarkeit war schlechter als bei Kindern mit nur Legasthenie.
- EEG-Messungen zeigten Veränderungen im Frontalhirn – ein Hinweis auf beeinträchtigte exekutive Funktionen und motorische Steuerung.
💡 Was bedeutet das therapeutisch?
Diese Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Praxis – insbesondere für Therapeut:innen, Pädagog:innen und Eltern:
🎯 1. Differenzierte Diagnostik:
- Schreibprobleme bei Kindern mit ADHS sollten nicht vorschnell als reine Motorikschwäche oder Faulheit abgetan werden.
- Die Handschrift könnte ein sichtbares Symptom einer tieferliegenden kognitiven Doppelbelastung sein (Lesen + Aufmerksamkeit + Exekutivfunktionen).
- Eine gezielte Schreibdiagnostik (z. B. Schreibproben, Schreibtempo, Griffdruck, visuelle Planung) kann helfen, neurodivergente Muster frühzeitig zu erkennen.
🧩 2. Therapieansätze anpassen:
- Klassisches Schreibtraining reicht bei COM-Kindern oft nicht aus.
- Notwendig sind multimodale Ansätze, z. B.:
- Exekutivfunktionstraining (Planung, Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle)
- Graphomotorische Übungen mit Selbststeuerung (z. B. über Emoflex, Biofeedback, Taktübungen)
- Kombination mit Aufmerksamkeitstraining und Leseförderung
- Sensorische Integration zur Reduktion von übermäßigem Druck beim Schreiben
💬 3. Entlastung statt Überforderung:
- Zu hohe Schreibanforderungen im Schulalltag können zu Frustration und Rückzug führen.
- Ergotherapeutische oder schulpsychologische Unterstützung kann helfen, individuell angepasste Hilfen (z. B. Computer statt Handschrift, mehr Zeit) zu entwickeln.
🧭 Was sagt uns das ?
Unleserliche Handschrift, übermäßiger Druck beim Schreiben und langsames Schreiben sind keine Lappalien – sie können frühe Anzeichen für ADHS mit Legasthenie sein. Die Studie zeigt: Diese Kinder haben nicht nur mehr Probleme beim Schreiben, sondern auch veränderte Hirnfunktionen. Eine angepasste Therapie, die auch exekutive Funktionen und motorische Steuerung berücksichtigt, ist entscheidend für langfristigen Erfolg in Schule und Alltag.
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Ich habe das Problem, dass ich mich ziemlich oft verschreibe und das dann durchstreichen muss und das Wort nochmal dahinter schreiben. Sieht ziemlich übel aus, wenn das in fast jedem Satz vorkommt. Aus dem Grund hatte ich in der Schule immer schlechte Noten in Handschrift.
Ich habe das Problem nie wirklich in den Griff bekommen. Wie die Lehrer dann in oberen Schulklassen endlich darauf verzichtet haben, uns vorzuschreiben, was für ein Schreibgerät wir verwenden, bin ich auf Bleistift umgestiegen, das kann man ja radieren, wenn man sich verschrieben hat.
Auf der Tastatur habe ich das Problem übrigens nicht. (und beim Klavierspielen zum Glück auch nicht 🙂