Auticon: IT-Jobs für Autisten

Wer Teilleistungsschwächen hat, der hat auch genauso Teilleistungsstärken. Und Autisten bzw. „Aspies“ haben eben nicht nur Probleme, sie weisen auch ganz spezielle Stärken und Interessen auf, die man nicht zuletzt im Beruf nutzen kann.

Dies wird modellhaft von der Firma Auticon im IT-Bereich genutzt. Hier werden speziell Menschen mit Asperger im Bereich Informatik eingesetzt.

Ich finde den Ansatz grundsätzlich prima und eigentlich auch auf ADHSler übertragbar. Nun bezeichne ich ADHSler gerne auch spasshaft als „Universaldilletanten“. Sie können sich schnell in neue Aufgaben eindenken, sie schauen schnell Fertigkeiten von wirklich guten Leuten ab und übertragen sie auf neue Gebiete. Ihnen fehlen nur „Fertigmacher“, die die letzten Details (und die Buchführung) von monotonen Aufgaben ausführen.

Gar nicht so leicht, hier ein spezielles Berufsfeld zu nennen. Aber umso wichtiger für Firmen, mal in diese Richtung zu denken, wie man eben die besonderen Wahrnehmungs- und Denkstile bei ADHS gewinnbringend einsetzen kann.

5 Gedanken zu „Auticon: IT-Jobs für Autisten

  • 21.05.2013 um 10:13
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    Nur der maximale Profit ist das Motiv. Dazu werden werden Arbeitsautomaten gesucht, die möglichst zielstrebig pausenlos ihre Arbeit absolvieren. Ein Batzen von Fördergeldern erhöht zusätzlich den Profit.

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  • 07.03.2013 um 15:06
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    Ich wünschte es gäbe gut geeignete, ‚typische‘ Berufsfelder für ADSler! Da wäre ich sofort dabei. Etwas wo man zumindest die meiste Zeit genügend Energie, Lust, und Motivation hat. Wo es möglichst wenig schlauchendes Chaos oder hirneinschläfernde Tätigkeiten gibt (oder wenigstens Wege drum herum?) Am liebsten mit Partner, mit dem man sich versteht, (Verantwortlichkeitsbereiche können ja trotzdem etwas getrennt sein?), denn als Teil eines Teams ist die Notwendigkeit zum Erledigen der Aufgabe manchmal greifbarer als allein. Krisen sind ok aber Krisensituation ohne Ende geht nicht lange.
    Aber all dies beschreibt glaub ich keinen Beruf, oder? Vielleicht eher ein Beschäftigungsverhältnis? „Berufs-Ausübungs-Bedingungen“? Findet ihr es gibt typische ADSler Berufe?

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  • 28.02.2013 um 19:03
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    Ich habe es immer als sehr fragwürdig gesehen durch Teilleistungsschwächen oder -Stärken Betroffene Menschen direkt für die Arbeitswelt verfügbar zu machen. Dies ist für die Betroffenen sicher ein Weg, für die Gesellschaft sollte es keiner sein. Denn hier wird wieder nur deutlich, daß dem Arbeit einkaufenden Unternehmer der Profit mit leistungsfähigen Kranken jederzeit möglich ist, wobei die Mehrheit, die Krank ist eher nicht über Teilleistungsstärken verfügt sondern schlicht krank und dadurch allgemein Leistungsschwach ist.
    In meinen Augen unterstreicht dies, das es nicht um Menschen sondern nur um Profit und Leistungsfähigkeit geht. Jemanden einzustellen weil er eine krankheitsbedingte Leistung aufweist, ist bei Autisten oder Aspergern durchaus im EInzelfall nachvollziehbar. Wo liegt eigentlich die Grenze? Wann wird es unethisch eine Krankheit zur Einstellungsvoraussetzung zu machen? Workoholics sind doch auch schon immer gefragte Mitarbeiter. Sind sie dann aber ausgebrandt, kommt schnell die Kündigung.

    Es sollten Menschen und nicht Krankheitsbilder eingestellt werden. Das ist der Punkt und genau das passiert nicht. Der Arbeitskraft kaufende Unternehmer will seinen Gewinn maximieren und tut nicht etwa etwas für die Behinderte. Der Imagegewinn dadurch ist kostenlos und relativ sicher. Den nimmt er gerne nebenbei mit. Staatliche Förderung so es eine gibt natürlich auch.

    Klare Sache: Fragwürdig nach Krankheitskriterien einzustellen. Der Normalgesunde könnte genausogut die Diskriminierung anklagen und der Behinderte sollte sich der Positiv-Diskriminierung bewußt sein, die in solchen Arbeitsverhältnissen stecken.

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  • 28.02.2013 um 18:06
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    Stimmt im Prinzip.
    Aber was ist ein „wirklich guter Leut “ ? Einer, der nicht über den Tellerrand sehen kann? Ich bin vorsichtig mit solchen Begriffen. So einer kann auch richtig Mist bauen, eben weil er so begrenzt saugut ist.

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