Der gute Rat zu ADHS

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Leute sich berufen fühlen, gute Ratschläge zu Sachen zu geben, von denen sie keine Ahnung haben. In Sachen ADHS ist dies doppelt gemein. Einmal kann (und sollte?) man diese Ratschläge nicht umsetzen. ADHSler wissen ja, was sie TUN SOLLTEN. Sie benötigen keine Belehrung über das WAS oder WIE. Sie können ja (ohne Druck) auch die Aktivitäten durchaus in Angriff nehmen. Nur nicht immer dann, wenn es erforderlich ist. Nicht konsistent.

Noch schlimmer aber: Solche Ratschläge lassen viele Jugendliche und Erwachsene quasi „allergisch“ reagieren. Sie brausen innerlich auf und geraten noch stärker in Konfusion. Oder reagieren so, dass sich die Ratschlag-Geber eben mal wieder berechtigt sehen auf die „Macken“ des ADHSler hinzuweisen.

Das erzeugt aber eben eine Verschiebung der Hierarchien. Die Ratschläge wirken wie Nackenschläge. Sie gleichen aber eben auch den ständigen Mustern, die von den Eltern schon tausendmal gebraucht wurden. Statt einen emotional gesehen „kühlen Kopf“ zu haben, reagiert man dann wie ein kleines aufbrausendes Kind.

Immer und immer wieder.

Der gute Rat wäre also, dass man gute Ratschläge vermeiden sollte.
Natürlich auch diesen Ratschlag.

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