Bildschirmmedien und ADHS (Teil 1)

Übersicht über alle Beiträge zum Thema: „ADHS & Bildschirmmedienkonsum“

Bildschirmmedien und ADHS (Teil 1)

Ich schreibe heute und in den kommenden 27 Tagen über den Zusammenhang von Bildschirmmedienkonsum und ADHS.

Zu dieser Thematik existieren unzählige wissenschaftliche Untersuchungen mit Tausenden von Kindern. Aber keine Angst. Ich werde Sie weder mit Zahlen, Tabellen noch mit statistischen Grafiken überschwemmen.

Ausgangspunkt bilden vielmehr eigene Erfahrungen mit Patientinnen und Patienten aus meiner psychologischen Praxis. Auf einige wichtige Forschungsresultate zu diesem Thema gehe ich am Schluss ein.

Als Erstes will ich Ihnen schildern, wie es dazu gekommen ist, dass diese Thematik für mich und meine Arbeit überhaupt so bedeutsam wurde.

Jan und Eric
Gehen wir zurück ins Jahr 2007. Ein Kinderarzt aus dem Kanton Thurgau überwies mir damals zwei Buben mit einer diagnostizierten ADHS. Beide haben auf alle bisher durchgeführten Therapien (und dazu zählte auch eine medikamentöse Therapie) nicht befriedigend angesprochen. Der Kinderarzt bat mich um eine eingehende Untersuchung beider Kinder sowie um Therapieempfehlungen. Abklärungen von „ADHS-Problemfällen“ gehören zum Kern meiner Praxistätigkeit.

Wie in allen anderen Fällen auch begann die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern. Dabei geht es mir darum, Informationen über die aktuellen Probleme, über die bisherige Entwicklung, über das Problemverhalten des Kindes in der Schule, über familiäre Probleme und so weiter zu erheben.

Die 11- und 13-jährigen Buben der Familie Hoffmann, nennen wir sie im folgenden Jan und Eric, zeigten seit Schulbeginn klassische Symptome einer ADHS. Sobald ihnen etwas langweilig, sinnlos oder unwichtig erschien, hatten sie grosse Mühe, sich zu konzentrieren. Dies kam leider viel zu oft vor, vor allem im Schulunterricht, beim Erledigen der Hausaufgaben und natürlich vor allem dann, wenn die Mutter etwas von den beiden Buben wollte. Jan und Eric waren zudem sehr impulsiv. Wie bei anderen ADHS-Kindern auch nahmen sie wegen ihrer Filterschwäche nicht nur viel zu viel auf, sondern reagierten viel zu schnell auf alle Sinneseindrücke, welche ungefiltert auf sie einprasselten.

Übrigens: Alle Angaben zu den Personen, von denen ich im Folgenden berichte, habe ich abgeändert. Es ist also in keinem Fall möglich, Rückschlüsse auf konkrete Einzelpersonen oder real existierende Familien zu ziehen.

Fortsetzung: Morgen 20:00, gleicher Kanal

Weitere Informationen zum Thema Untersuchungen bei ADHS-Verdacht.

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