ADHS und Bildschirmmedien (Teil 12)

Schnelle Computerspiele schaden

Wem schnelle Computerspiele sicher schaden, sind die vielen Kinder mit einer ADHS. Es ist nämlich so, dass diese Kinder bereits syndrombedingt zu schnell reagieren. Sie wissen es: Ein herabfallender Bleistift im Unterricht, dass Zirp-Geräusch beim Öffnen einer Taschentuchpackung eines Schülers auf einer hinteren Bank oder ein draussen vorbeifahrendes lautes Mofa führen meistens zu unmittelbaren Orientierungsreaktionen: Das Kind wendet sich sofort dem Reiz zu und lässt sich von diesem ablenken. Oder denken Sie an den vorhin erwähnten Test zur Prüfung der Impulskontrolle mit dem „X“ und dem „+“. ADHS-Kinder schiessen überall viel zu schnell drein.

Störung der Impulskontrolle zählt zu den Leitsymptomen einer ADHS. Betroffene geraten in Konflikte mit dem Pultnachbarn oder vermasseln Schularbeiten, weil sie nicht lange genug warten, innehalten und bei der Sache verweilen können.

Schnelle Computerspiele führen damit nicht nur zu einer Verstärkung der Ungeduld, sondern zu einer weiteren Verschärfung der Schwäche von ADHS-Betroffenen, Impulse angemessen hemmen zu können. Zwischenzeitlich bin ich mir sicher, dass schnelle Computerspiele die Impulskontroll- und Aufmerksamkeitsstörungen von ADHS-Betroffenen nachhaltig verstärken.

Fortsetzung: Morgen 20:00, gleicher Kanal

Übersicht über alle Beiträge zum Thema: „ADHS & Bildschirmmedienkonsum“

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: