Dabei wäre alles so einfach …

Eines der wirksamsten Hilfsmittel gegen ADHS-bedingten Ärger von Schülerinnen und Schülern ist das Hausaufgabenbüchlein (Rating AAA+).

Zumindest theoretisch.

Denn leider gibt es Vollzugsprobleme. Als da wären:

  • Kind vergisst, die Aufgaben einzutragen.
  • Nur die Hälfte der Aufgaben wurden notiert.
  • Die Lehrperson kontrolliert die Eintragungen im Hausaufgabenbüchlein nicht.
  • Die Lehrperson weigert sich, das Hausaufgabenbüchlein zu kontrollieren („in diesem Alter muss das Kind das können!“).
  • Kind vergisst, das Hausaufgabenbüchlein zum Beginn der „Husi“ aus dem Schulrucksack zu kramen.
  • Die Mutter fragt nicht nach dem Hausaufgabenbüchlein.
  • Kind kann seine eigene Schrift nicht lesen.
  • Mutter kann nur die Hälfte des Gekritzels im Hausaufgabenbüchlein dechiffrieren.
  • usw.

Dabei wäre alles sooo einfach. In der Schweiz kann jede Lehrperson am Lehrerpult ins Internet. Via Educanet ist sind alle Schulen, alle Schülerinnen und Eltern untereinander vernetzt (zumindest bestünde die Möglichkeit dazu). Ein Hausaufgabenbüchlein könnte online installiert, von der Lehrkraft geführt und von den Eltern eingesehen werden. All das wird viel zu wenig genutzt.

Für Schüler/-innen mit einer ADHS wäre es ein Segen, würde das Hausaufgabenmanagement endlich, endlich vereinfacht.

3 Gedanken zu „Dabei wäre alles so einfach …

  • 18.01.2012 um 23:50
    Permalink

    Schwacher Trost: Sohn 2 ist derzeit auf der Grundschule; seine Klassenlehrerinnen sagen im O-Ton: „Hausaufgaben sind was für Eltern.“, und geben folglich keine. (Dafür arbeiten sie SEHR erfolgreich mit Wochenplänen, mit denen mein ADHSler und andere strukturschwache Kinder seiner Klasse gut zurecht kommen!!)

    Ebenjener Sohn 2 wird im Herbst auf eine weiterführende Schule wechseln, die immerhin erkannt hat, dass nicht alle Kinder gleich gut strukturiert sind. Deshalb gibt es dort bis (derzeit) einschließlich Klasse 8 (Tendenz steigend) die sog. Schulplaner, die Hausaufgaben-, Mitteilungs-, Entschuldigungs-, Notenspiegel- etc. Heft in einem sind, so dass alle Kinder, Eltern und Lehrer wissen, wo die Hausaufgaben, Mitteilungen etc. stehen sollten und folglich zu suchen sind.
    Übrigens enthält der Schulplaner auch eine Rubrik für Lob.

    Beides sind normale staatliche Schulen. Es geht!

    Antwort
  • 18.01.2012 um 21:05
    Permalink

    Hui! Ich stelle mir ja die Schweiz immer noch vorurteilsbeladen mit lila Kühen und ca 200 Jahre zurück vor 🙂 Ihr seid uns mindestens 100 Jahre voraus, was die Nutzung des Internets angeht.

    Wenn ich mir jetzt die Grundschule Rosche vorstelle und Internet ????? Hausaufgaben online kontrollieren? Ich vermute, dass dies noch in 100 Jahren nicht funktioniert. Selbst wenn Apple jetzt morgen die Revolution im Schulbuchmarkt in den USA ankündigt und ggf. sogar ein kinderleichtes Programm zur Erstellung von multimedialen ebook-Inhalten. Bis das bei uns in Rosche ankommt….

    Ich stelle mir vor, wir würden vielleicht noch eine Push-Nachricht aufs Iphone erhalten, das ein „geübtes Diktat“ ansteht. Was natürlich beim meinem Ältesten dann „ungeübt“ abläuft, weil es halt mit dem Hausaufgabenheft nicht klappt…

    Antwort

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: