Einnässen / Bettnässen bei Kindern mit ADHS

Vermutlich kennen inzwischen zahlreiche Kinderärzte den Zusammenhang von Einnässen am Tag / Einkoten und ADHS. Eine aktuelle Untersuchung aus dem Saarland bestätigte einmal mehr einen entsprechenden Zusammenhang von den neuronalen Entwicklungsverzögerungen des Gehirns und „Unfällen“ in die Unterhosen.

Bisher wurde dabei besonders auf das Bettnässen verwiesen. Die aktuelle Untersuchung bei Kindern ermittelte aber eher, dass Einnässen am Tag charakteristisch für ADHS-Kinder ist und diese von den „Stinos“ unterscheidet. Nach meiner Erfahrung gilt das wohl auch für Einkoten (beziehungsweise für Bremsspuren) in der Unterhose.

Entgegen der Auffassung von einigen Analytikern ist dies nicht auf Vergewaltigungen oder sonstigem schlimmen Verhalten der Eltern zurück zu führen (auch wenn natürlich ein solcher Zusammenhang denkbar ist). Vielmehr tritt hier die Entwicklungs- und Reifestörung bei ADHS eben voll in Erscheinung. Die gute Nachricht dabei ist natürlich, dass sich das Problem häufig mit der Zeit von allein bessert. Die Erfahrung zeigt aber eben auch, dass eine medikamentöse Behandlung sowohl mit Stimulanzien wie auch mit Atomoxetin hier häufig hilfreich sein kann (während nach meiner subjektiven Meinung die Klingelhose der Verhaltenstherapie gerade bei diesem Problem im Zusammenhang mit ADHS-Kindern nicht so dolle wirkt).

Da sich das Problem der Inkontinenz beziehungsweise der Blasenkontrolle durchaus bei einigen Kindern bis weit in das Teenageralter ausdehnen kann und dann wiederum durch die Peinlicheiten soziale Ängste auslösen kann, sollte man nicht zu lange mit Therapie warten und eben die Zusammenhänge von Kontinenzproblemen und Entwicklungsbesonderheiten bei ADHS kennen und ansprechen.

3 Gedanken zu „Einnässen / Bettnässen bei Kindern mit ADHS

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