Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: I – 9

Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: Punkt 9

„Die Forschungsübersicht bisheriger Vergleiche von ADHS mit anderen neuropsychologischen, neurobiologischen und genetischen Korrelaten zeigt, dass es keine ADHS-Spezifität gibt.“ (Quelle)

Schlussfolgerung: Die ADHS existiert gar nicht. Auffallend ist, dass hier – wie schon bei einigen bisherigen Postulaten – der Sinn nicht in der unmittelbaren inhaltlichen Aussage, sondern in der beabsichtigten Schussfolgerung liegt.

Formulierungen dieser Art sind für mich „Nullsummen-Sätze“. Sie klingen gut und hören sich sehr gescheit an. Inhaltlich sind sie einfach nur leer.

Um den Leerlauf in dieser Aussage erkennen zu können, ersetzen wir den Begriff „ADHS“ – sagen wir einmal – mit der Diagnose „Depression“. Das liest sich dann folgendermassen:

„Die Forschungsübersicht bisheriger Vergleiche von Depressionen mit anderen neuropsychologischen, neurobiologischen und genetischen Korrelaten zeigt, dass es keine Depressions-Spezifität gibt.“

Oder:

„Die Forschungsübersicht bisheriger Vergleiche von Panikstörungen mit anderen neuropsychologischen, neurobiologischen und genetischen Korrelaten zeigt, dass es keine Panikstörung-Spezifität gibt.“

Und nun? Was bitte soll das heissen?

Der einzige Sinn dieses Postulates ist es, die Leser/-innen selbst zur Schlussfolgerung gelangen zu lassen, dass in diesem Fall ja völlig klar ist, dass wohl das gesamte ADHS-Konzept  einfach untauglich ist.

Statt inhaltliche Argumente und Belege zu verwenden, bedient sich die „Konferenz ADHS“ wiederholt sprachlicher Tricks, wie sie etwa in der Werbebranche vewendet werden. Und das natürlich mit dem Ziel, ein Produkt zu lancieren. Die bisherigen Postulate scheinen mir auf folgendes „Produkt“ bzw. folgende Kernbotschaft hinauszulaufen: ADHS – das gibt’s gar nicht!

Ausserdem: Selbst für den Fall, dass es keine „Panikstörung-Spezifität“, keine „Depressions-Spezifität“ und keine „ADHS-Spezifität“ geben würde, käme niemand auf die Idee, daraus ableiten zu wollen, dass Angst und Depressionen inexistent seien.

ADHS, Depressionen und Angststörungen existieren (leider) mit und ohne genetischen Korrelaten und Spezifitäten. Daran vermögen auch die kühnsten Satzgebilde der „Konferenz ADHS“ nichts zu ändern.

Fortsetzung: Morgen ab 20:00 – gleiche Stelle.

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