ADHS und das Gehirn: Welche Form von Unaufmerksamkeit hast du?

Wusstest du, dass es verschiedene Typen von ADHS gibt, die durch unterschiedliche Gehirnnetzwerke beeinflusst werden? 🔄🧠
Eine neue Studie zeigt spannende Unterschiede in der Gehirnaktivität von Menschen mit ADHS, die erklären könnten, warum einige impulsiver sind und andere Schwierigkeiten haben, aufmerksam zu bleiben.
🌟 Wie genau unterscheidet sich die Unaufmerksamkeit? Und warum könnte Cognitive Disengagement Syndrome (Sluggish Cognitive Tempo) eine eigene Form der Aufmerksamkeitsproblematik sein?
In meinem neuesten Blogpost erkläre ich, was neurobiologisch im „Kopf“ von Anna und Ben vorgeht – und wie wir mit diesem Wissen individuellere Behandlungsstrategien entwickeln könnten.
👉 Zum Artikel: ADHS und das Default Mode Network
💬 Welche Erfahrungen hast du mit ADHS gemacht? Welche Strategien helfen dir, aufmerksam zu bleiben?
Teile deine Gedanken in den Kommentaren!



Lieber Martin Winkler, ich will als erstes mich herzlichst bedanken, für Dein kontinuierliches Engagement für unser gemeinsames Anliegen! Ich versuche alle Nachrichten zu verfolgen, sie sind sehr hilfreich für mich und auch für meine Arbeit in der Klinik.
ZZur Frage welche Strategien für mich hilfreich waren, finde ich folgende sehr interessant, da ich sie bereits angewendet habe, bevor ich wusste, was ADHS ist. Gegen Ende meiner Schulzeit und v.a. während meines Studiums wurde ich immer häufiger darauf angesprochen, wieso ich bei jedem Seminar und in jeder Vorlesung wie ein besessener Streber (nicht alle Reaktionen waren so offenherzig) alles mitschreibe? Anfänglich gab ich flapsige Antworten auf solche Feedbacks, bis ich mit meinen Antworten immer unzufriedener wurde. Meine Mitschriebe waren nämlich sicherlich nicht besser als das Skript, das alle zum Seminar vom Dozenten erhielten. Da ich meine Mitschriebe oftmals später nicht wenigstens einmal durchlas, was mir in dieser Zeit erst richtig bewusst wurde, fing ich damit an, mich mit diesem merkwürdigen Verhalten auseinanderzusetzen. Ich interessierte mich zu dieser Zeit als angehender Pädagoge natürlich sehr für Phänomene wie ADHS und begann in dieser Zeit Zusammenhänge mit dem Modell der HSP (Hochsensible Persönlichkeitsausprägung) die ich bei mir zu erkennen begann, herzustellen. Hier gibt es ja auch einige Merkmale, die sich überschneiden. Dabei hat mich v.a. das Merkmal der hohen Ablenkbarkeit bei ADHS beschäftigt. In einem Rutsch durchzischte mich schließlich die Einsicht, dass die durchgehenden Probleme, die einige Lehrer und Mitschüler mit meinem abweichenden Verhalten hatten, sich am schlüssigsten mit dem MODELL des ADS (in meinem Fall) erklären ließ. Und im Weiteren kam mir (zu meiner großen Erleichterung) die Erleuchtung, dass mein stetig strebsames Mitschreiben doch nicht aus dem trvial-kleinkarierten Geist eines angepassten Strebers hervor kam. Es war eine schlichte, naheliegende Reaktion, mit der ich intuitiv aber unbewusst meiner hohen Ablenkbarkeit etwas entgegensetzen wollte. Und das mit eindeutigem Erfolg! Indem ich mich darauf trainierte, meine Aufmerksamkeit auf zwei Dinge, Zuhören und das Gehörten in Schriftform zu bringen, ist es mir offensichtlich immer besser gelungen mich von potentiell ablenkenden Reizquellen abzuschirmen! Und als zusätzlichen „Collateralbonus“,haben sich meine Fähigkeiten schnell zu formulieren und schnell zu schreiben enorm weiterentwickelt! Ich weiß nicht, ob sich diese Technik für Kinder und Jugendliche praktikabel eingesetzt werden kann. Mein Antrieb diese Technik zu entwickeln stützte sich nicht auf das Bedürfnis irgendwelche ADHS-Symptomatiken zu bändigen. Es hat sich für mich sehr gelohnt mich darauf einzulassen, in meiner eigenen Geschichte den Blick darauf zu richten, übergeordneten Zusammenhänge in Bezug auf mein ungewöhnliches (Schreib-)Verhalten/Neigungen zu entdecken.
Ralf Widmaier-Schumann
Lieber Ralf,
herzlichen Dank für Deine ausführliche und reflektierte Rückmeldung! Es ist inspirierend zu lesen, wie Du Deinen eigenen Weg gefunden hast, um Deine Aufmerksamkeit zu kanalisieren und störende Reize abzuschirmen – und das schon bevor eine klare Verbindung zu ADHS oder HSP bestand. Dein Bericht zeigt nicht nur Deine Fähigkeit zur Selbstreflexion, sondern auch, wie intuitiv Du auf Herausforderungen reagierst und daraus eine effektive Strategie entwickelt hast, die Dich beruflich und persönlich weitergebracht hat.
Ich finde es bemerkenswert, wie Du es geschafft hast, das Mitschreiben als aktives Fokussierungsinstrument zu nutzen, um Ablenkungen auszublenden und gleichzeitig Deine Fähigkeiten im Formulieren und Schreiben zu stärken. Deine Überlegungen dazu, ob diese Technik auch bei Jugendlichen oder Kindern hilfreich sein könnte, sind spannend und könnten tatsächlich als Methode zur gezielten Aufmerksamkeitslenkung im klinischen Setting oder in der pädagogischen Praxis weitergedacht werden.