Ed Hallowell: Zwanghaft zerstreut bei ADHS

Wenn es so etwas wie eine „Bibel“ für Männer mit ADHS im Erwachsenenalter geben sollte, so wäre es vermutlich zunächst das Buch von Ed Hallowell „Zwanghaft zerstreut“.

Das Buch ist nun schon in ADHS- Kategorien „echt uralt“ und war neben einem Buch von Kathleen Nadeau mein erster Zugang zum Thema „ADD“. Gemeinsam mit John Ratey hat Hallowell darin das Lebensgefühl von Erwachsenen (Männern) ganz treffend beschrieben. Es fesselte mich so, dass ich selbst zu einem Kongress mit ihm nach San Fransisco geflogen bin. Seine Schilderungen sind einfach zu schön und ich werde vermutlich nie vergessen, wie Hallowell seine Neigung zu ständigem Grübeln, Selbstabwertungen und Sorgen bei seiner Antrittsvorlesung an der Harvard-University schilderte. Wiederum syndromtypisch war seine Aufmerksamkeit dort auf eine Frau irgendwo in der letzten oder vorletzten Reihe fixiert, die ein missmutiges Gesicht gemacht hat. Warum auch immer. Sicher nicht wegen dem Vortrag.

Aber trotz begeistertem Applaus wollte ihm sein Frontalhirn als Kommentator einreden, dass er sicher irgendwas falsch gemacht haben müsste. Hallowell fiel aber zumindest auf, dass im Moment seines grössten beruflichen Erfolgs da in seinem Hirn doch ADHS-mässig etwas falsch läuft. Immerhin soviel, dass er auch dazu das Buch „Worry“ (leider nur auf englisch, aber sehr lesenswert) geschrieben hat.

Wenn Du vom 3.-6.10.2011 nicht in die USA fliegen kannst oder willst , aber dennoch Hallowell und ca. 20 andere ADHS-Experten wie Daniel Amen, Patrica Quinn etc. erleben willst und ca. $225 „übrig hast“, wäre der Link zur „Virtual AD/HD conference“ eine Empfehlung wert

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