ADHS und Bildschirmmedien (Teil 17)

Das 24h-Diagramm
Im weiteren Gesprächsverlauf habe ich mit Frau und Herrn Hoffmann auf einem Blatt Papier zusammengetragen, mit welchen Tätigkeiten die 24 Stunden eines Wochentags bei Eric und Jan belegt sind.

Auf den Schlaf entfielen zehn Stunden, die durchschnittliche Schulzeit inklusive eines etwas längeren Schulweges schätzten die Eltern auf acht Stunden. Essenszeiten: eine Stunde. Und für An- und Ausziehen plus Körperhygiene gaben die Eltern eine halbe Stunde an. Weil beide Buben sowohl Nachhilfeunterricht als auch eine Ergotherapie besuchten, Eric zudem im Fussball-Club war und Jan zweimal pro Woche ins Judo ging, haben die Eltern diese Aktivitäten (ebenfalls inklusive Fahrzeiten) mit pauschal zwei Stunden pro Tag berechnet. Dann wurden sorgfältig die Zeiten für den Bildschirmmedienkonsum zusammengetragen. Resultat: Eric und Jan – so die Angaben der Eltern – verbrachten rund zwei Stunden pro Tag vor dem TV, ungefähr eine Stunde mit Konsole-Spielen sowie eine undefinierbare Zeit im Internet. Die Eltern schätzen, dass dafür noch einmal eine dreiviertel Stunde einkalkuliert werden müsse.

Ich registrierte, wie Herr Hoffmann begann, mit den Fingern die Stundenzahlen zu addieren. Prompt vermeldete dieser, dass da etwas nicht stimmen könne: Der Tag habe auch im Kanton Thurgau nur 24 Stunden. Daraufhin Frau Hoffmann: „Da fehlen ja noch die Zeiten für die Hausaufgaben!“ Den Eltern von Eric und Jan wurde schnell klar, dass die Bildschirmmedienzeit bei Jan und Eric einen gewaltig grossen Zeitraum beanspruchte. „Kein Wunder“, murmelte Herr Hoffmann, „dass es in der Schule nicht vorwärtsgeht. Wann sollen die Kinder da noch Hausaufgaben machen und sich auf Prüfungen vorbereiten?“

Fortsetzung: Morgen 20:00, gleicher Kanal

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