Mein jüngster Sohn  ist derzeit im sonderpädagogischen Kindergarten. Er wurde ein Jahr zurückgestellt, jetzt würde die Einschulung anstehen. Soweit, so gut. Auf Empfehlung der Mitarbeiter der Lebenshilfe haben wir nach einem guten Aufklärungsvortrag und einem persönlichen Gespräch einen Antrag auf eine Integrationsklasse an unserer örtlichen Grundschule gestellt. Und zwar am 27.11.2011. Frist wäre der 1.12.2011 gewesen. Was wir wussten, was wir eingehalten haben. Den Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf stellt man wohl anschliessend, wenn die geeignete Maßnahme feststeht. So haben wir auch über eine Schulbegleitung nachgedacht (wofür aber nicht die Schule, sondern wohl das Sozialamt zuständig wäre).

Am 16.1. hatten wir Gespräch bei der Schulleiterin. So nett sie auch ist, so wenig Erfahrungen liegen vor. Das bezieht sich auf die Sollstärke von Grundschulklassen und überhaupt das Vorgehen. So erhielten wir am Folgetag einen Anruf von der Sekretärin, dass wir den Antrag bei der Gemeinde stellen müssten. Was falsch ist. Dann hatte die Schule noch Unterlagen angefordert, was richtig ist. Mit diesen Unterlagen hat sie dann beim Sozialpädagogischen Kiga angerufen. Wo der Eindruck entstand, dass WIR den Antrag erst jetzt (verspätet gestellt hätten). Das wurde dann korrigiert, aber die Aufregung war da. Angeblich hätte die Schule bereits am 1.12. die Integrationsklasse bei der Schulbehörde beantragen müssen. Ich glaube nicht, dass diese Frist stimmt. Glauben ist aber nicht wissen. Und es ist ja letztlich nicht mein Problem, wenn ein fristgerechter Antrag vom 27.11. bis 9.1. auf einem Schreibtisch Staub ansetzt.

Meine Güte. Ich habe jetzt versucht, überhaupt mal Informationen über diesen ganzen Wirrwarr zu finden. Da gibt es dann tolle Projekte, die aber offenbar nicht weiter gefördert wurden. Und es fehlt ein Ansprechpartner, der sich auskennt.

Wenn schon die Schule die eigenen Verwaltungsrichtlinien nicht kennt, wie sollen dann Eltern sich in diesem Dschungel auskennen? Je länger ich suche, desto weniger finde ich Klarheit. Es ist so ähnlich wie mit der Idee von Doppelkennzeichen für Autos. In Deutschland werden Ideen durch Verwaltungsregelungen und fehlender Zuständigkeit bzw. unterschiedlichen Vorgaben in einzelnen Bundesländern, einzelnen Regionen bzw. sogar in den einzelnen Schulen zur Undurchführbarkeit gebracht. Es mag ja einfach gedacht sein, aber für Eltern ist das Vorgehen nicht transparent. Es ist offenbar schon für viele Schulen nicht durchschaubar, was sie wann, wie machen müssen.

Typisch bei uns war aber, dass erstmal automatisch die Schuldvermutung bei den Eltern bleibt. Bei ADHS-Eltern wird das aber doch automatisch einen innere Unruhe / Konfusion bzw. einen Ärgerzustand erzeugen (müssen), in dem sie dann eben nicht mehr sachlich vorgehen, sondern Fehler machen. Sich im Ton vergreifen und schlicht den Überblick verlieren.

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