ADHS Verhaltenstherapie bei Erwachsenen

Dieses „Aufklärungsvideo“ bei ADHS im Erwachsenenalter finde ich ganz gut. Allerdings würde ich mir auch mal so hochstrukturierte ADHS-Erwachsene als Klienten wünschen. Irgendwie glaube ich manchmal, dass diese „Perlen“ eben an mir vorbeischwimmen. Sicher brauchen sie ja keine Klinik und sie suchen sich halt bekannte und gute Psychotherapeuten. Was ja völlig richtig ist. Aber vielleicht brauchen sie eben auch gar keine Psychotherapie, sondern eher Coaching.

Götz Müller ist bestimmt nett. Und er kann wenig dafür, dass ich immer ein Erlebnis mit ihm und Petra Hammer verbinden werde, das ich mit Piero Rossi teile. Es war eine der ganz wenigen Veranstaltungen, wo Piero und ich mal gemeinsam dort waren. Und es ging um Verhaltenstherapie bei ADHS. Götz Müller ist u.a. auch Experte für Hochbegabung (glaube ich). Auf jeden Fall haben die beiden Psychologen einen Vortrag zu ADHS und Verhaltenstherapie gehalten. Und irgendwie wurde ich immer unruhiger. Was ja unlogisch ist, weil sie ja prima Sachen erzählten. Irgendwann ging es dann darum, dass ein ADHSler heimlich Zettelchen zum Spieken geschrieben hat, statt zu lernen. Was man ändern wollte. Ich werde nie vergessen, wie Piero dann meinte: Man müsste ihn vielleicht erstmal da abholen, wo er steht. Ihm vielleicht zeigen, wie er nicht erwischt wird. Statt ihm nun „negatives Verhalten“ auszutreiben. Verhaltenstherapie funktioniert besser, wenn man positives Verhalten stärkt. Unerwünschtes Verhalten mindert sich nicht durch Verbote, sondern schwächt sich dann ab, wenn man mehr positive Alternativen zur Verfügung hat. Deutlich wird aber, dass es vor allem um die sekundären Folgen der Probleme bei ADHS gehen muss. ADHS verursacht also Probleme, die man lösen kann. Hoffentlich. Eine bestimmte „Form des Umgangs“ klingt für mich aber ehrlich gesagt immer noch ein wenig nach Dressur.

Ist sicher nicht so gemeint. Aber wenn man das Video Jugendlichen und einigen meiner Klienten zeigen würde, würden sie eher nicht für Therapie entscheiden, oder?

3 Gedanken zu „ADHS Verhaltenstherapie bei Erwachsenen

  • 14.11.2012 um 17:09
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    Vielen Dank, das ist ja mal ein interessantes Video. Könnte gerade für Erwachsene mit ADHS interessant sein – ich finde nicht, dass das zu sehr von einer Therapie abschreckt, sondern zeigt doch die verschiedenen Möglichkeiten auf. Psychotherapeutische Hilfe rechtzeitig in Anspruch zu nehmen und dies mit einer medikamentösen Unterstützung zu kombinieren, ist m.E. das sinnvollste Vorgehen.

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  • 02.03.2012 um 11:42
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    Ja Herr Dr Winckler Herr Rossi warum bleibt es nur beim geschpräch ich stelle mich zur verfügung 🙂 vieleicht können wir oder sie ist mir persöhnlich unwichtig wer , dafür ist die zeit zu kostbar um sich gedanken zu machen wer was erntet es gibt zu viele mitmenschen die leiden , die geselschafft leidet darunter und keiner will es wahrhaben . Das gute an mir ist das ich ne ganz grosse vewandschat habe mit vielen ADHS“lern und so mir allein glaubt kein mensch ( NOCH ) das wäre im interrese aller parteien und so ergibt sich auch die möglichkeit zu beweisen Was für eine Perle in so einem idiot chaot usw. steckt

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  • 29.01.2012 um 12:47
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    Hallo Martin
    Jetzt musste ich lachen. Also meine Psychologin meinte, ich brauchte keine Therapie. Ich denke, ich würde genau in die Gruppe fallen, die du nie zu Gesicht bekommst. Aber falls du mal in die Schweiz kommst, dann darfst du mich gerne „behandeln“ *lach.
    Ich jedenfalls habe mir instinktiv ein ADS-freundliches Leben eingerichtet und nutze ganz klar die Vorteile. Die negativen Punkte habe ich, seit der Diagnose, gezielt eliminiert.
    Ja! Es gibt die funktionierenden ADSler auch, nicht nur die mühsamen Schüler. Und ich versuche ganz klar diese ADSler zu motivieren, ihnen zu zeigen, dass sie (wenn sie ihre Grenzen und Stärken kennen) genial sind und eine enorme Bereicherung für die Menschheit. So wie diese Lehrerin…
    Auch ich habe geschmissen.. keine Pet-Flasche, aber einen Fenchel durchs Küchenfenster. Und auch ich habe gelernt mich zurückzunehmen. Deshalb kann es sein, dass man in gewissen Situationen dann etwas „flach“ wirkt. Loslassen kann man nur, wenn man sich sicher fühlt.
    Bin übrigens gerade dabei einen Versuch zu machen andere zu strukturieren und habe eine Coaching-Serie gestartet: http://adhs-blog.blogspot.com/
    Ein Buch, welches hier mal empfohlen wurde, hat mich auf die Idee gebracht.
    Und.. danke.. für die „Perle“ 😉

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