ADHS und Inhibition

Zugegeben, ich verstehe häufig von Forschung nur noch „Bahnhof“. So geht es mir bei dem interessant, aber völlig unverständlich klingenden Titel der Doktorarbeit von Janina Werner an der Kinder- und Jugendpsychiatrie Heidelberg. Zunächst herzlichen Glückwunsch zum Abschluss der Promotion!

Postimperative negative Variation bei hyperaktiven Kindern.

Leider wird es für mich auch aus dem Abstrakt der Dissertation nicht wirklich klarer. Es ist ein Musterbeispiel für Unverständlichkeit in der Medizinerfachsprache. Insofern hat die Kollegin ihre Doktorwürde unter Beweis gestellt, wird aber zukünftig mit Eltern und ihren kleinen und grossen Patienten klarer kommunizieren müssen.

Soweit ich es ahne, geht es um die sog. Inhibition. Damit ist gemeint, dass quasi die innere Bremse (für motorische oder emotionale Dinge) bei ADHS-Kindern anders als bei anderen funktioniert.

So habe ich neulich von einem interessanten Finger-Tapping-Test gehört. Dabei wird das Kind aufgefordert, jeweils die Finger der rechten Hand an den Daumen zu führen (Tappen). Dabei soll die andere Hand ruhig auf dem Tisch bleiben. Bei ADH -Jungs (aber interessanterweise nicht so häufig bei Mädchen) würden sich dann die Finger der anderen Hand mitbewegen bzw. auffällig unruhig sein. Während es bei „Stinos“ eben gerade wegen der Inhibition = Bremse bzw. wegfiltern eben weit weniger stark der Fall ist.

So wie ich es mehr oder weniger laienhaft einschätze, hat dies eben auch mit der Reife bzw. Entwicklung der Vernetzung im Gehirn zu tun, d.h. sowas ist bei jüngeren Kindern noch normal. Natürlich fallen viele Kinder eben auch mit einer motorischen Über- oder Untersteuerung (also zuviel Bewegung bzw. auch mal scheinbare Starre) auf.

Es ist ein interessanter Ansatz sowohl hinsichtlich der weiteren Diagnostik, aber auch des Forschungsverständnisses zu ADHS. Auch wenn ich halt häufig erstmal nur Bahnhof verstehe.

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