Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: I – 1

Es geht los.

Die Konsenserklärung umfasst vier Abschnitte: „ADHS – Das Syndrom“, „ADHS – Die Krankheit“, „ADHS – Die Diagnostik“, „ADHS – Die Medikation“, „ADHS – Die Biologisierung“ und schliesslich „ADHS – Empfehlungen“.

Beginnen wir also bei „ADHS – Das Syndrom“ Punkt 1:

„ADHS wird in den gängigen Klassifikationssystemen DSM IV und ICD 10 unterschiedlich dargestellt, so dass international kein Konsens besteht.“  (Quelle)

Die genannten Klassifikationssysteme der DSM-IV und der ICD-10 enthalten in der Tat keine 100% identischen Definitionen der ADHS. Das gilt auch für zahlreiche andere psychische Erkrankungen, welche im DSM-IV und in der ICD-10 klassifiziert sind. Diese Diagnostiksysteme haben eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte und stützen sich nicht zu 100% auf die gleichen Feldforschungen. Auch sind die ICD- und DSM-Fachgremien nicht durch die gleichen Fachpersonen besetzt.

Trotzdem – und das ist doch bemerkenswert – zeigt die Lektüre der genannten diagnostischen Kriterien auf, dass diese Klassifikationssysteme in ihren phänomenologischen Beschreibungen der relevanten ADHS-Merkmale weitgehend übereinstimmen. Diese hohe Übereinstimmungsrate derart verschiedener Fachgremien aus unterschiedlichen Kontinenten weist meines Erachtens erst recht darauf hin, dass es sich bei der ADHS mit hoher empirischer Evidenz um ein fachlich anerkanntes Störungsbild handeln muss. Kleine formale Unterschiede ändern daran nichts.

Wenn die „Konferenz ADHS“ anhand minimaler Unterschiede zu belegen versucht, dass „international kein Konsens“ bestehe, dann reichen fünf Minuten Lektüre der diagnostischen Kriterien der ADHS in der ICD-10 und im DSM-IV um zu sehen, dass es sich bei diesem Argument mehr um „Haarspalterei“, denn um ein veritables Argument handelt.

Fortsetzung: Morgen ab 20:00 – gleiche Stelle.

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